Aus Underground wird Kommerz

Luzern, Fr. 7. November 2015, BT: Was für ein Schmerz (Reimbezug auf den Titel). Nach diesem ersten Lacher geht es auch schon los mit dem informativen Teil dieser Meldung: die Mehrheit der Kulturgruppe Luzern hat sich (endlich) getraut den nächsten Big-Step (engl.: grosser Schritt) zu gehen. Nein, damit meine ich nicht, dass sie ihre hippen Bärte oder krassen Männer-Dutts entfernen, sondern natürlich die anstehende GV (Gründungsversammlung) der Kulturgruppe Luzern. Ja, richtig gehört! Die Kulturgruppe wird offiziell.

Bei allen Mitgliedern war eine riesen Begeisterung und Freude über die GV zu spüren
Bei allen Mitgliedern ist eine riesen Begeisterung und Freude über die GV zu spüren.

Eine Mail mit folgendem Inhalt ist uns nämlich ins Postfach geflattert:

„Die GV findet am 07.11.2015 ab 16.00 Uhr im Barocco Imbiss an der Alpenstrasse 32, 6010 Kriens statt (nur noch 8x schlafen!). Wir bitten euch pünktlich zu erscheinen! Die Traktanden lauten wie folgt:

1. Begrüssung und Jahresrückblick des Präsidenten, Formelles
2. Gründungsbeschluss
3. Genehmigung der Statuten
4. Wahl des Vorstandes und der Revisorenstelle“

Tolles Ambiente im Barocco Imbiss an der Alpenstrasse 32 in Kriens
Tolles Ambiente im Barocco Imbiss an der Alpenstrasse 32 in Kriens.

Und wenn die Kulturgruppe ruft, dann folgen ihre Mitglieder; davon treffen jedoch einige mit einer ordentlichen Verspätung ein (schliesslich mussten die letzten Intrigen noch geflochten werden). Die etwas chaotisch wirkende Begrüssung des Präsidenten mag die Mehrheit der Anwesenden (mehr als zwei Anwesende: somit gemäss Art. 60 ff. ZGB ausreichend für eine beschlussfähige GV) nicht in ihren Bann zu ziehen. Dafür folgt eine stilistische Blüte, die dank der Revolution der New Media (engl.: neue Medien) ermöglicht wurde, in Form einer Power-Point Präsentation, die ihresgleichen sucht. Leider ist das einzige, was davon bei uns hängen bleibt ein Alpaka.

Konnte die Mitglieder mit seiner verträumten Präsentation in seinen Bann reissen: Protokollführer Louis F.
Louis F. vermag die Mitglieder mit seiner verträumten Präsentation in seinen Bann reissen.

Etwas kleiner als ein Lama: das Alpaka (Symbolbild)
Etwas kleiner als ein Lama: das Alpaka.(Symbolbild)

Die Genehmigung der Traktandenliste wird durchgewinkt und die Wahlen des Tagungsvorsitzenden, der Stimmzähler und des Protokollführers verlaufen ohne grosse Zwischenfälle. Der Gründungsbeschluss wird mit unterkühltem, gedämpftem Klatschen verkündet.

Der Gründungsbeschluss wird lauthals gefeiert (Symbolbild)
Der Gründungsbeschluss wird lauthals gefeiert.

Was nun aber danach folgt, hat niemand von uns vorausahnen können: Die Genehmigung der Statuten. Ein sich in zeitlicher Dimension in die Ewigkeit ziehendes Hickhack um jeden Artikel, Absatz sogar jede Ziffer wird (nicht wirklich fachmännisch) lauthals diskutiert und argumentiert. Tränen fliessen unter anderem, da die Artikel zu den Ehrentiteln und der Schweigeminute bei Tod eines Mitglieds nicht angenommen werden. Glücklicherweise befinden sich unter den Anwesenden auch zwei hochdekorierte Studenten der Lehre des weltlichen Rechts, die bei kniffligen Standpunkten vehement eingreifen.

Hochdekorierter Jusstudent bei der Arbeit: vehementes Eingreifen bei kniffligen Statutenänderungen
Jurist bei der Arbeit: mit vehementem Eingreifen verhindert er den Spiessrutenlauf.

Nach dem die Statuten endlich beschlossene Sache sind, geht es aber nochmals um das Eingemachte, denn die Wahl des Vorstandes und der Revisionstelle steht auf dem Traktandum. Beim ersten Wahlgang um den Vereinspräsidenten kommt es zu gewissen Unregelmässigkeiten, die zwar bei der Fifa Gang und Gäbe sind, jedoch in einer direkten Demokratie wie der unseren nicht eintreten sollten. Richard von M. gewinnt den ersten Wahlgang mit einer knappen Mehrheit, doch aus unerfindlichen Gründen muss die Wahl wiederholt werden.

Wollte die Welt verändern, doch erwachte auf dem Boden der Realität
Wollte die Welt verändern, doch erwacht auf dem Boden der Realität: Wahlopfer Richard von M.

Man munkelt, weil dem einen das Monokel heruntergefallen ist und den anderen es in der Hose gekniffen hat (evtl. wurden auch noch Schmiergeldbeträge verschoben). Allem Protest zu Trotz, offiziell und zumindest bis nächstes Jahr wurde Herr Gustav W. mit sieben zu sechs Stimmen vor Richard von M. zum ersten Vereinspräsident der Kulturgruppe Luzern gewählt. Gratulation an dieser Stelle, du hast es also irgendwie (aber nicht auf redliche Weise!) wieder einmal geschafft dich an der Macht zu halten, du alter Hund, da erblasst sogar der Blatter Sepp vor Neid.

Kein fairer Wahlsieger: erster, offizieller Vereinspräsident der Kulturgruppe Luzern
Fairer Wahlsieger? Schauen Sie sich das Bild genau an und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung: Vereinspräsident der Kulturgruppe.

Des Weiteren werden Aaron I., Mario B., Louis F., Mario F., Benno T. und Valentin G. (haha, G-Punkt) in den Vorstand berufen, ebenfalls ein grosses Lob an die tapferen Herren, die sich an einer solchen Verantwortung probieren. Richard von M. und Valentin G. nehmen ihre Wahl in die Revisionsstelle ebenfalls an, auch ein Dankeschön hierfür. Ausserdem werden die Mitgliederbeiträge für dieses Jahr festgelegt und die Kasse der Kulturgruppe startet mit einem Plus von $53 Millionen, auf Grund einer anonymen Spende eines grosszügigen Bewunderers der Kulturgruppe. Somit ist der offizielle Teil der Vereinsversammlung um 19:00 Uhr beendet.

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